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Berner Wassertag 2019 Mikroverunreinigungen: Herausforderungen und Lösungsansätze

21. März 2019 – Medienmitteilung

Rückstände von Medikamenten, Haushaltsreinigern, Pflanzenschutzmitteln und anderen Produkten gelangen trotz hohem Standard der Abwasserreinigungsanlagen in die Gewässer. Wie solche Stoffe auf Mensch und Umwelt wirken und wie die Belastung der Gewässer durch Mikroverunreinigungen reduziert werden kann, stand im Zentrum des diesjährigen Berner Wassertages.

Am Donnerstag (21.03.2019) haben rund 300 Akteure aus Verwaltung, Politik, Wirtschaft und Wissenschaft am Berner Wassertag teilgenommen. Der diesjährige Anlass widmete sich den Mikroverunreinigungen. Regierungspräsident Christoph Neuhaus betonte einleitend, dass sauberes Wasser für Mensch und Natur unabdingbar sei und zeigte auf, wie sich der Kanton Bern dafür engagiert.

Unbedenklich für Menschen, aber trotzdem ein Fremdstoff

Mikroverunreinigungen sind Rückstände aus Produkten des täglichen Gebrauchs, aus Medikamenten und aus Pflanzenschutzmitteln. Sie gelangen über das Abwasser oder durch diffuse Einträge in die Gewässer. Fachleute beurteilen die aktuell gemessenen Stoffe und Mengen als für den Menschen unbedenklich. Allerdings können bereits geringe Konzentrationen an Mikroverunreinigungen gewisse Wasserlebewesen schädigen. Deshalb sind sich die Gewässerschutzexperten einig, dass solche Fremdstoffe weder im Grundwasser noch im Trinkwasser vorkommen sollten.

Technische Lösungsansätze

Mit technischen Verfahren können Mikroverunreinigungen zu einem grossen Teil aus dem Abwasser entfernt werden. Die Abwasserreinigungsanlage Thunersee in Uetendorf ist die erste Anlage im Kanton, die dieses Verfahren eingeführt hat. Mit Hilfe von feinster Pulveraktivkohle können organische Spurenstoffe zu über 80 Prozent vom Abwasser getrennt werden. Es wäre auch denkbar, Trinkwasser vor der Abgabe von Mikroverunreinigungen zu befreien. Für den Schweizerischen Verein des Gas- und Wasserfaches ist jedoch die Wasseraufbereitung nur die zweitbeste Lösung, da dadurch die Umwelt nicht entlastet wird. Der Verband fordert deshalb Massnahmen wie das Verbot von Pflanzenschutzmitteln in den Schutzzonen der Wasserversorgungen.

Reduzierter Einsatz von Pflanzenschutzmitteln

Die Landwirtschaftsvertreter haben aufgezeigt, dass beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln in den letzten Jahren eine Sensibilisierung stattgefunden hat. Es gibt Fortschritte in der mechanischen Unkrautbekämpfung und es werden gezielt Massnahmen zur Vermeidung von Punkteinträgen umgesetzt. So unterstützt das Berner Pflanzenschutzprojekt die Landwirtschaft beim effizienten und umweltschonenden Einsatz von Pflanzenschutzmitteln. Ziel des Projekts ist es, den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln in der Landwirtschaft zu optimieren, ohne dabei das Produktionsvolumen massgeblich zu beeinträchtigen.

Diese Massnahmen gehen dem Initiativkomitee der Volksinitiative «für sauberes Trinkwasser» nicht weit genug. Die Initiative verlangt unter anderem, dass nur noch diejenigen Landwirtschaftsbetriebe mit Direktzahlungen oder Subventionen unterstützt werden, die keine Pestizide einsetzen.

Das detaillierte Programm finden Sie unter www.bve.be.ch/wassertag.

Mediendokumentation

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